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Pressemappe zur 42. Jahrestagung der DGN vom 21. bis 24. April 2004 in Rostock
Vom 21.24. April 2004 treffen sich rund 1500 Nuklearmediziner und Wissenschaftler angrenzender Fachbereiche in der HanseMesse Rostock zur 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) e.V. Schwerpunktthemen sind neben neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen, molekularer Bildgebung und Schilddrüsenerkrankungen auch zwei weitgehend neue Gebiete: die funktionell-anatomische Bildfusion mit PET/CT-Geräten und die Radionuklidtherapie, hier insbesondere die Radioimmuntherapie bei Lymphknotenkrebs. Zu diesen Schwerpunkt- und selbstverständlich allen anderen interessierenden Themen vermitteln wir Ihnen gerne Gesprächspartner. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen, kostenfrei an allen wissenschaftlichen Vorträgen teilzunehmen. Einen Überblick über die Tagungs-Highlights möchten wir Ihnen am Donnerstag, den 22. April 2004, von 12.30 bis 14.00 Uhr in unserer Pressekonferenz in der HanseMesse Rostock, Saal Greifswald geben. Dort werden in kurzen Vorträgen mit anschließender Diskussion folgende Themen zur Sprache kommen:
1. Herzinfarkt bei Zuckerkranken wird oft viel zu spät erkannt. Vorbeugende Diagnostik kann lebensrettend sein. Der so genannte Diabetes mellitus umgangssprachlich Zuckerkrankheit ist eine häufige Stoffwechselerkrankung in industrialisierten Ländern. Er führt unter anderem zu einer Schädigung der Gefäßwände, was wiederum in einer Verengung der Herzkranzgefäße münden und einen Herzinfarkt auslösen kann. Mehr als die Hälfte der tödlichen Komplikationen des Diabetes mellitus sind auf solche Folgeerkrankungen im Rahmen der Grunderkrankung zurückzuführen. Die klinische Diagnose der Schädigung der Herzkranzgefäße im Rahmen eines Diabetes mellitus ist jedoch zusätzlich erschwert: Diabetiker leiden mit zunehmender Erkrankungsdauer an einer Beeinträchtigung der Nerven (so genannte diabetische Neuropathie), die dazu führen kann, dass diese Patienten aufgrund dieser geschädigten Schmerznerven eine Durchblutungsstörung des Herzens mit dem klassischen Warnsymptom der Angina pectoris (Herzenge) im Gegensatz zu Nicht-Diabetikern nicht spüren können. Bei Patienten mit Diabetes mellitus wird ein Herzinfarkt daher oft nicht oder sehr spät erkannt, was das ohnehin erhöhte Risiko deutlich weiter steigert. Eine frühzeitige, möglichst nicht-invasive bildgebende Methode kann hier entscheidend die Diagnostik der Herzbeteiligung verbessern. Neben der seit vielen Jahren etablierten Myokard-Szintigraphie zeichnet sich aktuell eine vielversprechende Entwicklung durch den Einsatz von Kombinationsgeräten der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit hochauflösendem Computertomographen (CT) ab (PET-CT). Hierdurch kann in einer einzigen Messung die Durchblutung gemessen werden (PET), während gleichzeitig die Herzkranzgefäße nicht-invasiv dargestellt und auf Verengungen untersucht werden (CT). 2. Radioimmuntherapie bei Non-Hodgkin-Lymphomen (Lymphknotenkrebs) Obwohl Non-Hodgkin-Lymphome (NHL, Lymphknotenkrebs) recht gut auf eine Chemotherapie ansprechen, lässt sich eine Heilung bei weniger als der Hälfte der Patienten erreichen. Für einen Teil der Betroffenen bietet die Radioimmuntherapie eine neue Behandlungsmöglichkeit. NHL-Zellen bestimmter Gruppen zeichnen sich in der Regel durch ein bestimmtes Eiweißmolekül auf ihrer Zelloberfläche aus: das CD20-Antigen. Antikörper, also Eiweißmoleküle, die dieses CD20 erkennen und binden, lassen sich künstlich herstellen. An diese Antikörper kann man im Huckepack-Verfahren andere Moleküle binden, die mit dem Antikörper direkt zu den NHL-Krebszellen gelangen. Dies können beispielsweise Zellgifte sein, die dann spezifisch die Krebszelle schädigen oder abtöten. Statt eines Zellgiftes werden bei der Radioimmuntherapie radioaktiv markierte Moleküle an den CD20-Antikörper gebunden. Dies hat den großen Vorteil, dass nicht nur die Zelle zerstört wird, an die der Antikörper bindet, sondern dass die radioaktive Strahlung auch benachbarte Krebszellen tötet, an die kein Antikörper gebunden hat oder die möglicherweise kein CD20-Antigen an ihrer Oberfläche ausgebildet haben. Dieses Phänomen nennt man Kreuzfeuer-Effekt. Die Wirksamkeit der Radioimmuntherapie beruht auf folgenden Tatsachen:
Vergleicht man die Wirksamkeit der Radioimmuntherapie mit der einer Behandlung mit nicht radioaktiv markierten Antikörpern, erhält man äußerst ermutigende Ergebnisse. Von der Europäischen Kommission ist seit dem 16. Januar 2004 ein mit dem Beta-Strahler Yttrium-90 markiertes radioaktives Arzneimittel für die Radioimmuntherapie bei bestimmten B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphomen zugelassen, welche das CD20-Antigen als Andockstelle für radioaktiv markierte Antikörper auf der Zelloberfläche ausbilden. 3. Radiosynoviorthese wenig bekannte Therapie für Rheumapatienten Radiosynoviorthese bedeutet, dass die Gelenkschleimhaut (Synovialis) mit Hilfe radioaktiver Isotope wiederhergestellt wird. Sie wird bei schmerzhaften, entzündlichen Gelenkerkrankungen bereits seit mehr als 20 Jahren erfolgreich eingesetzt. Am häufigsten geschieht dies bei der chronischen Polyarthritis, also dem entzündlichen Gelenkrheumatismus. Die Polyarthritis führt oft zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut, einer Synovialitis. Die Gelenkschleimhaut wuchert, zerstört dabei den Knorpel, dringt in den Knochen ein, schädigt Bänder und Sehnen und führt zur Gelenkzerstörung. Dieser äußerst schmerzhafte Prozess muss gestoppt werden, und zwar möglichst frühzeitig. Eine Radiosynoviorthese sollte durchgeführt werden, bevor eine Gelenkzerstörung eingetreten ist. Aktuell ist die Behandlung der chronisch kranken Rheumapatienten mit der Radiosynoviorthese durch geplante Änderungen im Gesundheitswesen gefährdet.
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