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Schilddrüsenerkrankungen, gutartig
Bei der Beurteilung von Therapieergebnissen sind die beiden Überfunktionsindikationen Schilddrüsenautonomie und Morbus Basedow gesondert zu betrachten: Die Elimination der Schilddrüsenautonomie durch die funktionsoptimierte Radioiodtherapie (Abb. 3 und 4) führt bei 10 - 20 % der Patienten zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) mit nachfolgend erforderlicher Levothyroxin-Substitution. Demgegenüber bedeutet die hohe Erfolgsrate der ablativen Radioiodtherapie bei der Immunhyperthyreose Morbus Basedow von über 90% der Patienten die Inkaufnahme einer hohen Hyperthyreoserate, wobei die Patienten frühzeitig eine Schilddrüsenhormon-Substitution erhalten. Bei Knotenstrumen ist eine Volumenreduktion auf etwa 50% des Ausgangsvolumens zu erwarten. Bei unzureichender Strumaverkleinerung kann eine zweite Radioiodtherapie ohne Risiko durchgeführt werden. Wegen der verzögerten Therapiewirkung sollte gerade bei Rezidivstrumen mit der Indikation zur Radioiodtherapie nicht bis zum Auftreten mechanischer Symptome gewartet werden.
Die effektive Restkörperdosis außerhalb der Schilddrüse (10-60 mSv) oder die Gonadendosis durch die Radioiodtherapie liegt in der Größenordnung einer Computertomographie des Abdomens, einer radiologischen Gefäßdarstellung (Angiographie) oder einer radiologischen Dickdarmuntersuchung (Kolonkontrasteinlauf). Das resultierende stochastische (zufällige) Strahlenrisiko im Niedrigdosisbereich ist nur theoretisch extrapoliert berechenbar. Statistisch ist keine erhöhte Malignomrate nachweisbar, sodass eine in Mitteleuropa früher geltende Altersgrenze von 40 Jahren inzwischen fallen gelassen wurde. Das genetische Risiko einer Radioiodtherapie ist, verglichen mit dem natürlichen genetischen Risiko, vernachlässigbar gering. Gravidität bzw. Zeugung sollten nach einer Radioiodtherapie innerhalb der folgenden sechs Monate vermieden werden. Während der Schwangerschaft und während der Stillzeit ist eine Radioiodtherapie kontraindiziert.
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