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Verlängerung der Durchführungsempfehlung für 18-Fluor-PET bis 31. Dezember 2010 
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Konsensus - Neuro-PET

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Am 10. Juli 1997 fand in Köln eine Konsensus-Konferenz statt mit dem Ziel, eine Indikationsliste zum klinischen Einsatz der Positronen-Emissions-Tomographie bei neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen zu erstellen. (Teilnehmer: P. Bartenstein, H.-J. Biersack, U. Büll, W.-D. Heiss, K. Herholz, E. Moser, H.-W. Müller-Gärtner, E. B. Ringelstein, O. Sabri, O. Schober, J. Schwartz, R. J. Seitz)

Grundlage war die Expertise der Teilnehmer auf dem Boden des aktuellen Schrifttums und eigener Erfahrungen sowie die bis zu diesem Zeitpunkt eingegangenen Stellungnahmen verschiedener Neurologen und Psychiater. Die Klassifizierung erfolgte nach den Kriterien der beiden bereits publizierten nuklearmedizinischen Konsensuspapiere zu Onko-PET und Herz-PET (Tabelle 1). Unberücksichtigt blieb die Wertigkeit von SPECT in Neurologie und Psychiatrie. Weiterhin muß betont werden, daß die genannten Indikationen nur beim Einsatz von PET-Vollringsystemen gültig sind. Die folgende Liste, gegliedert nach Krankheitsentitäten, wurde ohne Gegenstimme verabschiedet. Alle Indikationen, die nicht unter 1a bis 2b klassifiziert sind, werden definitionsgemäß mit 3 (=meist ohne klinischen Wert) bewertet.


Krankheitsentitäten:
Bewertungskriterien für den Einsatz der PET


Zerebrovaskuläre Erkrankungen
1a: 0
1b: 0
2a:
  • Quantitative Messung von Blutfluß, Blutvolumen und Sauerstoffextraktion bei akuter Ischämie
  • Differentialdiagnose der Vaskulitis (mit Fluß/Volumen- und Stoffwechselmarkern)
  • Zerebrale Funktionsdiagnostik bei neuropsychologischen Syndromen vaskulärer Genese (mit F-18-FDG und Flußmarkern)

2b:
  • Quantitative Messung von Blutfluß, Blutvolumen und Sauerstoffextraktion bei subakuten und chronischen Studien zerebrovaskulärer Erkrankungen
  • Beurteilung des Verlaufs zerebrovaskulärer Erkrankungen unter medikamentöser und invasiver Therapie
  • Mikroangiopathien (mit F-18-FDG)
  • Nachweis von Hämangiomen (mit Fluß- und Volumenmarkern)
  • Prognosebeurteilung bei globaler hypoxisch-ischämischer Hirnschädigung

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Hirntumoren
1a:
  • Differenzierung zwischen Rezidiv und Strahlennekrose bei malignen Gliomen (mit F-18-FDG)
  • Erkennung der malignen Entdifferenzierung eines Gliomrezidivs (mit F-18-FDG)
  • Bestimmung des Biopsieortes bei Verdacht auf Gliom (mit F-18-FDG)

1b:
  • Beurteilung der biologischen Aggressivität von Hirntumoren (mit F-18-FDG)
  • Nachweis von Resttumor bei malignen Gliomen nach Operation (mit F-18-FDG)
  • Differenzierung zwischen Lymphom und Toxoplasmose (mit F-18-FDG)
  • Diagnostik von Gliomen (mit markierten Aminosäuren)

2a:
  • Präoperative Lokalisation von funktionell wichtigen Hirnarealen (mit F-18-FDG, O-15-Wasser, O-15-Butanol, soweit verfügbar, und mit markieretn Aminosäuren)

2b:
  • Gehirntumoren zur Beurteilung des Tumorwachstums (mit C-11-Putrescin und Liganden für periphere Benzodiazepinrezeptoren)

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Basalganglienerkrankungen
1a:
  • Frühe Differentialdiagnose des Morbus Parkinson (mit F-18-Fluordopa)
  • Frühe Diagnose von Multisystemdegeneration (mit F-18-Fluordopa und F-18-FDG oder Rezeptorliganden
  • Früherkennung der Huntingtonschen Erkrankung (mit F-18-FDG)

1b:

0

2a:
  • Beurteilung des Verlaufs des M. Parkinson unter medikamentöser und invasiver Therapie (mit F-18-Fluordopa)
  • Verlaufskontrolle des M. Wilson (mit F-18-FDG)

2b:
  • Einsatz von Dopamin-D1-Rezeptorliganden sowie von Opiatrezeptorliganden wie C-11-Diprenorphin
  • Darstellung von Änderungen des regionalen zerebralen Blutflusses auf Stimuli oder Medikamente
  • Diagnose der corticobasalen Degeneration
  • Feststellung des Beginns der Huntingtonschen Erkrankung (mit Dopamin-D2-Rezeptorliganden)
  • Differentialdiagnose nicht-Huntingtonscher,choreatischer Erkrankungen
  • Diagnostik von Dystonien, Myoklonien sowie des Gilles-de-la-Tourette-Syndroms

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Demenz
1a:
  • Frühdiagnostik der rpimären Demenzen (mit F-18-FDG)
1b:
  • Differentialdiagnose dementieller Erkrankungen (mit F-18-FDG)
2a:
  • Therapie-Monitoring von Demenzen
2b:
  • Bewertung neuer Therapiestrategien bei der Demenz vom Alzheimertyp
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Depression
1a:

0

1b:
  • Abgrenzung der kognitiven Beeinträchtigung (früher "Pseudodemenz") bei Depression vs. Demenz (mit F-18-FDG)
2a:

0

2b:
  • Zwangsstörungen zur Beurteilung der Ätiologie, der Rezidivwahrscheinlichkeit nach Therapie und der Ansprechwahrscheinlichkeit auf bestimmte Formen einer antidepressiven Medikation oder einer Verhaltenstherapie
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Schizophrenie
1a:

0

1b:

0

2a:
  • Therapie-Monitoring bei der Behandlung von Schizophrenien (mit Rezeptorliganden)
2b:
  • Abgrenzung des Malignen Neuroleptikasyndroms gegenüber dem febrilen katatonen Stupor (mit Rezeptorliganden)
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Epilepsie
1a:
  • Lokalisation des epileptogenen Fokus im Rahmen der präoperativen Epilepsiediagnostik bei Temporallappenepilepsien (mit F-18-FDG)
1b:
  • Lokalisation des epileptogenen Fokus im Rahmen der präoperativen Epilepsiediagnostik bei extratemporalen Epilepsien (mit F-18-FDG)
  • Lokalisation temporaler und extratemporaler im Rahmen der präoperativen Epilepsiediagnostik (mit C-11-Flumazenil)
  • Diagnostik corticaler Dysplasien und Hamartome (mit F-18-FDG und Rezeptorliganden)
2a:
  • Lennox-Gastaut-Syndrom, Sturge-Weber-Syndrom, Landau-Kleffner-Syndrom (jeweils mit F-18-FDG)
2b:

0

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Tabelle 1: Bewertungskriterien für den Einsatz der PET
1a:

Angemessen, klinischer Nutzen ist erwiesen

1b:

Akzeptabel, Ergebnisse deuten auf klinischen Wert hin

2a:

Möglicherweise hilfreich, aber der Nutzen ist noch nicht ausreichend belegt

2b:

Aufgrund unzureichender Daten noch nicht endgültig beurteilbar

3 Meistens ohne klinischen Wert

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Veröffentlichung in Nuklearmedizin 1997; 36(7): DGN-Nachrichten (Schattauer-Verlag )
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