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Datum: 16.07.2025

Die erste deutsche S3-Leitlinie zum Schilddrüsenkarzinom ist fertiggestellt und im Leitlinienregister der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) unter der Registernummer 031-056OL sowie auf dem Portal des Leitlinienprogramms Onkologie (OL) verfügbar.

Inhalt und Indikationen
Es handelt sich um eine umfassende Leitlinie zur Abklärung von Schilddrüsenknoten mit dem Fokus auf der Identifizierung maligner Erkrankungen. Die Leitlinie berücksichtigt die aktualisierte pathologische WHO-Klassifikation von Schilddrüsentumoren. In der S3-Leitlinie werden evidenzbasiert Diagnostik und Therapie der differenzierten, also papillären und follikulären Schilddrüsenkarzinome, des medullären und des anaplastischen Schilddrüsenkarzinoms behandelt.

Diagnostische und therapeutische Verfahren
Moderne Entwicklungen der Ultraschalldiagnostik, der Nutzen szintigraphischer Verfahren und der Feinnadelpunktion mit zytologischer Klassifikation werden erläutert. Operative Vorgehensweisen und der Nutzen der Radioiodtherapie werden beleuchtet. Dabei berücksichtigt die Leitlinie in Abhängigkeit vom Rezidivrisiko unter anderem therapeutische Alternativen bei den papillären Schilddrüsenkarzinomen mit niedrigem Rezidivrisiko.

Labor und TSH
Neuerungen gibt es in der Labordiagnostik mit hochsensitiven Thyreoglobulin-Assays. Die Empfehlungen zur langfristigen TSH-Einstellung wurden in Abhängigkeit vom Ansprechen auf die initiale Therapie neu gefasst. Die Notwendigkeit der langfristigen TSH-Suppression reduziert sich auf weniger Patienten mit aktiver Tumorerkrankung bzw. sehr hohem Rezidivrisiko. Für die Patienten mit Rezidiven oder in der radioiodrefraktären Situation eröffnen neue molekularpathologische Analysen Möglichkeiten der zielgerichteten molekularen Therapie.

Förderer und beteiligte Fachgesellschaften
Wir danken der Deutschen Krebshilfe für die Förderung und Unterstützung der Erstellung dieser Leitlinie. Sie wurde unter der Federführung gleich dreier wissenschaftlichen Fachgesellschaften erarbeitet – der Deutschen Gesellschaften für:

  • Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV, vertreten durch die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Endokrinologie (CAEK)),
  • Endokrinologie (DGE) sowie
  • Nuklearmedizin (DGN).

Mitwirkende
Ein besonderer Dank gilt

  • dem Koordinator der Leitlinie, Herrn Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Andreas Bockisch,
  • den Mitgliedern in der Steuergruppe,
  • den Mandatsträger:innen der in der Leitliniengruppe beteiligten 24 Fachgesellschaften und Organisationen,
  • den auf diesem Gebiet sehr kompetenten Patientenvertretern,
  • den zahlreichen in den zehn Arbeitsgruppen organisierten Autorinnen und Autoren sowie
  • dem engagierten Einsatz der Mitarbeiter der DGN-Geschäftsstelle in der Funktion des Leitliniensekretariats.

Die erfolgreiche Bearbeitung des Leitlinienprojekts ist nicht zuletzt der erfahrenen und kompetenten Moderation seitens AWMF und OL, Frau Dr. Nothacker und Herrn Dr. Follmann, mit stets hilfsbereiter Unterstützung durch das Office des Leitlinienprogramms Onkologie zu verdanken.

Mit dieser S3-Leitlinie ist eine wichtige Entscheidungshilfe für die Diagnostik und Therapie des Schilddrüsenkarzinoms geschaffen worden, um möglichst vielen Patientinnen und Patienten eine kurative und optimale Therapie anzubieten und eine Nachsorge mit hoher Lebensqualität zu ermöglichen.

Weiterführende Informationen:



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